2. Investitionskosten Parkbad an der Murg sowie jährliche Amortisationsbeiträge
Das Parkbad an der Murg wurde im Jahr 1959 eröffnet und war die erste Badi in der Umgebung. Bereits im Februar 1958 wurde die Genossenschaft gegründet. Die beiden, damals Munizipalgemeinden Sirnach und Münchwilen, sprachen die notwendigen Kredite, damit die Badi gebaut und eröffnet werden konnte. Später kamen die Gemeinden Fischingen und Eschlikon als Vertragsgemeinden dazu. Das Parkbad an der Murg findet grossen Anklang bei den Einwohnerinnen und Einwohnern in der Region. Die Strukturen, die seit Jahrzehnten gewachsen sind, werden rege genutzt und sind kaum mehr wegzudenken.
1994 haben die Vertragsgemeinden mit der Genossenschaft «Parkbad an der Murg» einen Vertrag abgeschlossen betreffend die Sanierung und des Betriebes des Freibades. Jährlich wurde ein Gesamtbetrag von CHF 326’000.00 geleistet. Der damals im Jahr 2007 ausgelaufene Vertrag wurde per 1. Januar 2008 für 10 Jahre erneuert.
Im Jahr 2022 haben die Vertragsgemeinden eine Erhöhung der Beiträge beschlossen, damit die kontinuierliche Sanierung der Badewassertechnik und der Betrieb langfristig sichergestellt werden können. Die finanzielle Planung wurde mittels 10 Jahresvertrag sichergestellt.
Das Parkbad an der Murg in Münchwilen gilt aufgrund seiner grossen, parkähnlichen Anlage mit altem Baumbestand und seiner Lage zwischen dem Bodelosen Weiher und der Murg als eines der schönsten Freibäder in der Region. Das als Genossenschaft betriebene und von den vier Hinterthurgauer Gemeinden Münchwilen, Sirnach, Eschlikon und Fischingen getragene Parkbad an der Murg ist seit mehr als sechs Jahrzehnten eine lokale Institution und erfreut sich mit rund 35’000 Besuchern pro Jahr grösster Beliebtheit.
Im Rahmen des Bauprojekts 2020+ ist vorgesehen, die Hochbauten zu erneuern. Neben der Badewassertechnik sind die Gebäude des Schwimmbads Parkbad an der Murg (Umkleidekabinen, Kasse, Kiosk etc.) in einem Zustand, der dringend nach Ersatz oder einer vollständigen Sanierung ruft. Der Kiosk mit Küche aber auch der Umkleidebereich weisen massive Mängel auf. Beim Garderobengebäude und dem Kiosk handelt es sich um die ursprünglich erstellten Gebäudehüllen. Sie sind in die Jahre gekommen und werden den Bedürfnissen und den gesetzlichen Auflagen des Parkbads nicht mehr gerecht.
Auswahl des Projekts
Im Rahmen eines zweistufigen, selektiven Projektwettbewerbs im Herbst 2022, erarbeiteten vier Architekturbüros Projektvorschläge für einen Neubau der Gebäude des Parkbades. Die Projektvorschläge wurden im Dezember einer Wahlkommission, bestehend aus Mitgliedern der Geschäftsleitung, Vertretern der politischen Gemeinden und Fachexperten präsentiert. Im Anschluss wurden die präsentierten Projektvorschläge detailliert geprüft und anhand vorgängig definierter Kriterien verglichen und beurteilt. Alle Architekturbüros haben ausgesprochen gute und durchdachte Projektvorschläge eingereicht. Dabei konnte ein Projektvorschlag besonders überzeugen – der eingereichte Vorschlag des Architekturbüros Baumgartner Bär Architekten GmbH, Zürich – und wurde zum Sieger des Projektwettbewerbs gekürt.
Wettbewerbsteilnehmer
Angefragt und Studien eingereicht haben die folgenden Architekturbüros:
- Baumgartner Bär Architekten, Zürich
- Bauatelier Metzler GmbH, Frauenfeld
- Marbach Novum Bau AG, Frauenfeld
- HPP Architekten, Zürich
Siegerprojekt
Beim vorgeschlagenen Neubau handelt es sich um ein eingeschossiges Langhaus, situiert analog zum jetzigen Bestand. Der als Holzbau konzipierte Pavillon orientiert sich in seinem architektonischen Ausdruck an historischen Badeanstalten der Ostschweiz. Über eine grosszügige, gedeckte Eingangshalle gelangt man in die schön eingebettete Parkanlage.
Die Eingangshalle trennt das Gebäude in einen südlichen Teil mit Kasse und Gastronomie sowie einen nördlichen Teil, welcher die bestehende Technik sowie den Garderobenbereich beherbergt. Der Garderobenbereich ist zum Vorplatz geschlossen und öffnet sich zur Badi hin mit einem ausladenden Vordach. An der Aussenfassade in Richtung Parkbad liegen die Mietkabinen.
Der Technikbereich verfügt über ein auf den Vorplatz gerichtetes Vordach, welches einen witterungsgeschützten Umschlag von Waren ermöglicht und so den Umweltschutzstandards Sorge trägt. Der Gastronomiebereich öffnet sich gegen Osten und Süden hin und bietet mit einem Vordach beschattete Sitzgelegenheiten.
Abbildung: Blick aus der Badi in Richtung Südwesten auf den Neubau mit überdachtem Laubengang. Mietkabinen und Zugänge zu Toiletten und Garderoben.
Abbildung: Grundriss
Abbildung: Blick aus der Badi in Richtung Norden auf den neuen Gastronomiebereich mit grosszügiger Ausgabe und überdachten Sitzgelegenheiten.
Kosten
Im Januar 2023 startete die Baukommission, Baumanagement und das Architekten Team mit der Erarbeitung für den Kostenvoranschlag+. In mehreren Sitzungen wurden die Bedürfnisse des Parkbades erneut geprüft und eine optimale Variante zwischen Nutzen und Kosten gesucht. Das Projekt wurde überarbeitet und mit den Fachplanern der verschiedenen Bereiche, wie auch kantonalen Ämtern bereinigt und geprüft.
Der „Kostenvoranschlag+“ erzielt eine Genauigkeit von +/-10%, Stand August 2023. Er umfasst das ganze Projekt mit Rückbau und Erstellung des Neubaus und Anpassungen an die Umgebung mit Fahrradparkplatz und Zufahrt.
| Franken | |
| Grundstück | 12’000.00 |
| Vorbereitungsarbeiten | 130’000.00 |
| Gebäude | 2’200’000.00 |
| Betriebseinrichtungen | 585’000.00 |
| Umgebung | 127’000.00 |
| Baunebenkosten | 145’000.00 |
| Teuerung | 82’000.00 |
| Ausstattung | 67’000.00 |
| Honorare | 591’000.00 |
| Reserve / Unvorhergesehenes | 91’000.00 |
| Total | 4’030’000.00 |
Im Bauprojekt wurde die Erstellung einer Photovoltaik Anlage auf dem Dach gerechnet. Die Investition macht Sinn, da sich die Strompreise markant erhöht haben und der Nachhaltigkeitsgedanke eine immer grössere Bedeutung hat. Die Kosten belaufen sich auf CHF 150’000.00, der jährliche Ertrag liegt bei rund CHF 20’000.00, gerechnet auf 25 Jahre.
Weiter soll für die Verschalung und die Balken Holz aus der Region Thurgau genommen werden. Die Mehrkosten von CHF 32’500.00 wurden ebenfalls in den Projektkosten aufgenommen.
Wie der Presse entnommen werden konnte, weicht der aktuelle Kostenvoranschlag stark von der Grobkostenschätzung aus dem Jahr 2019 ab. Die Vertragsgemeinden wurden darüber informiert. Aufgrund der Erläuterungen der Genossenschaft und der Bauleitung sind die Abweichungen nachvollziehbar und die beteiligten Gemeinderäte haben sich für die Umsetzung des Projekts ausgesprochen.
Zur Realisierung des genannten Neubaus ist geplant, die Kosten dafür wie folgt zu decken:
In den Jahren 2025 bis 2039 leisten die beteiligten Gemeinden jährliche Amortisationsbeiträge (Beiträge abnehmend), d.h. total CHF 4’030’000.00. Hinzu kommen Zinsen von rund CHF 814’200.00 (indikativ). Der Gesamtbetrag von 4’844’200.00 wird wie folgt auf die Gemeinden aufgeteilt:
- Eschlikon CHF 626’985.00
- Fischingen CHF 266’237.00
- Münchwilen CHF 2’240’733.00
- Sirnach CHF 1’710’196.00
Die zusätzliche finanzielle Unterstützung durch die vier Gemeinden soll es der Genossenschaft Parkbad an der Murg ermöglichen, den geplanten Neubau der Umkleidekabinen der Kasse und des Kiosks sicherzustellen. Die neue vertragliche Vereinbarung läuft bis 31. Dezember 2039.
Die Badi Münchwilen ist in der Region eine angesehene und vielbesuchte Institution und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Standortattraktivität der Vertragsgemeinden. Der Gemeinderat unterstützt daher den Antrag für eine umfassende Sanierung/Erneuerung.
Empfehlung des Gemeinderats
Der Gemeinderat empfiehlt Ihnen, der Finanzierung für den Neubau Parkbad an der Murg mit jährlichen Beiträgen der Gemeinde Sirnach von rund CHF 124’664.00, reduziert durch die Amortisationsdauer auf CHF 92’950.00, zuzustimmen.
Antrag
Wollen Sie dem Finanzierungsantrag der Genossenschaft Parkbad an der Murg für die Finanzierung des Neubaus Parkbad an der Murg mit jährlichen Beträgen (2025 – 2039) der Gemeinde Sirnach von rund CHF 124’664.00, reduziert durch die Amortisationsdauer auf CHF 92’950.00, zustimmen?




